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Schulaustausch, Schulauslandsaufenthalt, Praktikum, Au-pair, Freiwilligendienst: Es gibt viele Möglichkeiten, im Ausland Erfahrungen zu sammeln, ganz unabhängig von Alter oder Lebensabschnitt. Hier finden Sie eine Übersicht über Programme, Voraussetzungen, Fördermöglichkeiten und Anlaufstellen in Berlin.
Ein Auslandsaufenthalt kann den Horizont erweitern, neue Perspektiven eröffnen und zu einer wertvollen, prägenden Erfahrung werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in jedem Alter Auslandserfahrung zu sammeln.
Das Informationsangebot in Berlin ist groß und teilweise noch unübersichtlich. Neben seriösen und zertifizierten Angeboten finden sich auch unseriöse. Umso wichtiger ist es, dass Sie oder Ihr Kind sich genug Zeit für die Recherche und Vorbereitung nehmen.
Klären Sie einige wichtige Punkte unbedingt rechtzeitig, unabhängig davon, wie und wohin es geht. Besonders der Versicherungsschutz, Visa und Aufenthaltsbestimmungen sind dabei wichtig.
Ein Auslandsaufenthalt ohne Eltern ist für viele Jugendliche eine besondere Erfahrung. Sie lernen eine neue Sprache, schließen Freundschaften und erleben den Schulalltag in einem anderen Land. Das Leben in einer Gastfamilie fördert ihre Selbstständigkeit, Offenheit, sozialen Kompetenzen und das interkulturelle Verständnis.
Ein Schüleraustausch ist in jeder Klassenstufe möglich, wird aber meistens ab der 8. Klasse angeboten: Er wird in der Regel zwischen zwei Schulen organisiert, die eine Partnerschaft haben. Diese Begegnungen sind meist direkt in den Unterrichtsverlauf integriert. Die Unterbringung geschieht in den Familien der Partnerschülerinnen und -schüler oder an einem anderen Ort und verursachen kaum organisatorischen Aufwand für Familien. Oft tauschen die Schülerinnen und Schüler danach die Rollen und der Schulaustausch findet in Berlin statt. Der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin hat hier sicher die nötigen Informationen für Sie. Im Rahmen von Schulpartnerschaften können auch individuelle Austauschmaßnahmen für einige Wochen angeboten werden, die innerhalb der EU über Erasmus+, über das Deutsch-Französische Jugendwerk (Sauzay-Programm oder Voltaire-Programm) oder das Deutsch-Polnische Jugendwerk unterstützt werden können.
Alternativ gibt es Angebote von spezialisierten Organisationen. Diese Programme dauern meist zwischen drei und zwölf Monaten und bieten die Möglichkeit, sich an einer Schule im Ausland aufzuhalten. Sie unterscheiden sich von rein kommerziellen Ferienprogrammen oder den Angeboten von Sprachschulen und arbeiten nach festen pädagogischen Standards. Viele sind gemeinnützig und zertifiziert.
Die weltweit 136 Deutschen Auslandsschulen sind ebenfalls eine Möglichkeit, ein anderes Land und eine andere Sprache kennenzulernen. Viele Schulen bieten Gastaufenthalte an und übernehmen die Organisation von Gastfamilien. Der Unterricht an den Deutschen Auslandsschulen findet zu mindestens 50 Prozent auf Deutsch statt, ansonsten in der jeweiligen Landessprache. Bei diesen Schulen handelt es sich um Privatschulen, für die Sie ein Schulgeld bezahlen müssen.
Weitere Informationen finden Sie bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen.
Je nach Programm müssen sich Schülerinnen und Schüler für eine bestimmte Zeit vom Unterricht beurlauben lassen. Es ist sinnvoll, frühzeitig mit der Schulleitung zu sprechen und gemeinsam zu klären, wie versäumter Stoff aufgearbeitet und erforderliche Kompetenzen entwickelt werden können. Viele Träger unterstützen bei der Vorbereitung und begleiten die Jugendlichen während des Aufenthalts. Je nach Dauer des Aufenthalts ist auch darauf zu achten, wie die im Berliner Schulwesen erforderlichen Fremdsprachenverpflichtungen auch im Schulbesuch im Ausland erfüllt werden können. Dies sollte ebenfalls mit der Schulleitung geklärt werden.
Ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildung ist eine wertvolle Chance, neue Perspektiven zu gewinnen und international Berufserfahrung zu sammeln. Möglich sind zum Beispiel mehrwöchige Praktika in europäischen oder außereuropäischen Betrieben oder eine duale Ausbildung.
Laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) können Auszubildende bis zu einem Viertel ihrer Ausbildungszeit im Ausland verbringen, sofern der Aufenthalt dem Ausbildungsziel dient. Die Ausbildung läuft in dieser Zeit weiter, und die Vergütung wird wie gewohnt gezahlt.
Der Auslandsaufenthalt wird meist in Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb, der Berufsschule und der zuständigen Kammer organisiert. Für Aufenthalte, die länger als vier Wochen dauern, ist ein zusätzlicher Ausbildungsplan notwendig. Dieser muss mit der zuständigen Stelle abgestimmt werden. Ein Auslandsaufenthalt muss in jedem Fall bei der IHK Berlin gemeldet werden.
Während des Auslandsaufenthalts besteht in Deutschland keine Berufsschulpflicht. Für Aufenthalte bis zu neun Monaten ist in der Regel eine Beurlaubung von der Schule möglich. Wichtig ist, frühzeitig zu klären, wie fehlender Unterrichtsstoff nachgeholt werden kann.
Für die Finanzierung und Organisation von Auslandsaufenthalten während der Ausbildung stehen verschiedene Programme und Anlaufstellen zur Verfügung:
Ob für ein ganzes Studium oder für einzelne Semester im Rahmen eines Austauschprogramms: die Möglichkeiten sind vielfältig. Besonders beliebt sind Aufenthalte während des Bachelor- oder Masterstudiums, aber auch Praktika und Orientierungs- oder Sprachsemester sind möglich.
Ein Auslandsstudium ermöglicht es, neue Lehr- und Forschungsansätze kennenzulernen, internationale Netzwerke zu knüpfen und die eigene Selbstständigkeit zu stärken. Innerhalb der Europäischen Union (EU) ist ein Auslandsstudium besonders leicht zu organisieren. Studienleistungen werden leichter anerkannt und es gibt weniger organisatorischen Aufwand.
Es gibt verschiedene Wege, ein Auslandsstudium zu organisieren:
Ein Studienaufenthalt im Ausland benötigt rechtzeitige Planung, idealerweise mindestens ein Jahr im Voraus. Wichtig ist vor allem die Anerkennung der Studienleistungen im Ausland zu klären.
Die Anlaufstelle für das Studieren im Ausland ist in der Regel das International Office der eigenen Hochschule. Hier bekommen Studierende eine individuelle Beratung und finden Unterstützung bei der Planung des Auslandsstudiums.
Weitere Anlaufstellen für Förderung und Informationen über Programme:
Ein Au-pair-Aufenthalt ist eine beliebte Möglichkeit, für längere Zeit in einem anderen Land zu leben, eine neue Sprache zu lernen und Teil einer Gastfamilie zu werden. Au-pairs übernehmen Aufgaben im Haushalt und betreuen die Kinder der Gastfamilie. Im Gegenzug erhalten sie kostenfreie Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld. Die Arbeit als Au-pair dauert meist zwischen sechs und zwölf Monaten.
Je nach Land dürfen junge Erwachsene, die zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, als Au-pair tätig sein. Voraussetzung sind Grundkenntnisse der Landessprache, Erfahrung in der Kinderbetreuung und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit. Der Aufenthalt wird meist über eine Agentur oder ein Vermittlungsportal organisiert.
Einen Au-pair-Aufenthalt sollten Sie, wie alle Auslandsaufenthalte, gut vorbereiten, idealerweise mindestens drei bis sechs Monate im Voraus. Wer noch zur Schule geht, sollte den geplanten Zeitraum mit der Schulleitung besprechen, zum Beispiel bei Übergangszeiten nach dem Abschluss.
Wichtig ist, dass Sie sich an vertrauenswürdige Anbieterinnen oder Anbieter wenden, die seriös beraten und begleiten. Weitere Informationen und Hilfestellung bei der Organisierung bietet auch die Bundesagentur für Arbeit.
Ein Freiwilligendienst im Ausland ist eine gute Möglichkeit, sich nach der Schule, Ausbildung oder später im Leben gesellschaftlich zu engagieren, neue Kulturen kennenzulernen und internationale Erfahrungen zu sammeln. Die Einsätze dauern meist mehrere Monate bis zu einem Jahr und finden in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten wie zum Beispiel in Schulen, Jugendzentren, Umweltorganisationen oder kulturellen Einrichtungen statt.
Es gibt verschiedene staatlich geförderte Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die Freiwilligendienste im Ausland organisieren. Darüber hinaus gibt es Angebote von gemeinnützigen Trägern, die altersunabhängige Freiwilligendienste anbieten, zum Teil auch für Menschen bis 80 Jahre.
Die meisten Freiwilligendienste beinhalten eine intensive Vorbereitung und pädagogische Begleitung, freie Unterkunft und Verpflegung, ein monatliches Taschengeld, Versicherungen sowie teilweise Reisekostenübernahme. Die Träger helfen bei der Planung, stellen die Kontakte zu den Einsatzstellen her und unterstützen auch bei der Nachbereitung.
Ein Freiwilligendienst sollte frühzeitig vorbereitet werden, viele Bewerbungsfristen liegen sechs bis zwölf Monate vor dem geplanten Start. Die Einsätze erfordern Offenheit, Eigeninitiative und die Bereitschaft, sich auf neue Lebenssituationen einzulassen. In einigen Programmen wird ein Eigenanteil oder die Teilnahme an Spendenaktionen erwartet.
Für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Studium, die sich langfristig und fachlich in internationalen Projekten engagieren möchten, gibt es spezielle Entwicklungsdienste und Fachkräfteprogramme. Diese Einsätze finden in Ländern des Globalen Südens statt, zum Beispiel in Afrika, Asien oder Lateinamerika, und konzentrieren sich auf Bereiche wie Bildung, Gesundheit, Umwelt oder ländliche Entwicklung.
Die Einsätze dauern meist ein bis drei Jahre. Die Fachkräfte arbeiten eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen und geben ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter. Je nach Programm erhalten die Fachkräfte ein monatliches Entgelt oder Unterhaltsgeld, Versicherungen, Sprachkurse und Vorbereitungsseminare, Unterstützung bei der Anreise, dem Visum und der Rückkehr. Ein Entsendevertrag und ein gesichertes Rückkehrrecht ins Berufsleben, zum Beispiel über Sonderurlaub, sind häufig Teil des Programms.
Voraussetzung für den Entwicklungsdienst ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Hochschulabschluss sowie mehrjährige Berufserfahrung. Auch Sprachkenntnisse, Auslandserfahrung und interkulturelle Kompetenz sind von Vorteil. Die Bewerbungsverfahren sind oft auf bestimmte Projektstellen bezogen und beinhalten Auswahlgespräche sowie intensive Vorbereitung.