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Auch in Deutschland wird es durch den menschengemachten Klimawandel immer wärmer. Zudem erhöht sich die Anzahl von heißen Tagen im Sommer. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich und Ihre Familie bei der nächsten Hitzewelle schützen können.
Die meisten von uns freuen sich auf den Sommer. Doch wenn dann die Temperaturen immer weiter steigen und selbst die Nächte kaum Abkühlung bringen, wird die Hitze schnell zum Problem.
Im Land Berlin wurden daher für verschiedene medizinische und öffentliche Einrichtungen Hitzeschutzpläne erstellt. Darin werden Maßnahmen aufgeführt, die in Vorbereitung auf den Sommer oder während einer Hitzewelle in der jeweiligen Einrichtung ergriffen werden können. Es ist aber auch wichtig, auf den eigenen Schutz und den Schutz der Menschen im eigenen Umfeld vor extremer Hitze zu achten.
Insbesondere Menschen über 65 Jahren sind von Hitzewellen bedroht. Mit steigendem Alter nehmen das Durstgefühl und die Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regulieren, ab.
Anhaltende Hitzewellen bedrohen aber nicht nur ältere Menschen. Auch Kinder und vor allem Säuglinge sind einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, da sie weniger schwitzen und dadurch schneller aufheizen und seltener eigenständig trinken.
Weitere Risikogruppen sind:
Auch bestimmte Medikamente können direkt oder indirekt anfälliger für Hitze machen. Wenn Sie oder ihre Kinder regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eventuellen Anpassungsbedarf während einer Hitzewelle. Ändern Sie auf keinen Fall die Medikation selbstständig.
Anhaltende Hitze kann aber auch für gesunde und junge Menschen zur Gefahr werden, wenn man sich nicht schützt oder körperliche Warnsignale ignoriert.
Solche ersten Warnsignale können sein:
Werden diese ersten Warnsignale ignoriert, kann es zu:
Daher sollten sich an heißen Tagen alle vor der Hitze schützen. Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps gegen die Hitze zusammengefasst.
Wenn Menschen schwitzen, verliert ihr Körper viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte). Die Folge: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit bis hin zum lebensgefährlichen Hitzeschlag.
Es ist wichtig, dass der Körper genug Flüssigkeit zur Verfügung hat. Säuglinge, Kinder und auch Erwachsene sollten daher genug trinken.
Bieten Sie Ihrem Kind ausreichend Getränke an. Wenn Sie stillen, bieten Sie Ihrem Kind öfter die Brust. Es wird empfohlen, dass Kinder zwischen 2 und 6 Jahren mindestens drei Viertel bis einen Liter Flüssigkeit pro Tag trinken. Bei hohen Temperaturen über 30 Grad darf es ruhig das Doppelte bis Dreifache sein, um die heißen Temperaturen auszugleichen. Trinken Sie selbst an heißen Tagen mindestens zwei bis drei Liter. Am besten eignen sich Mineral- oder Leitungswasser, Fruchtsaftschorlen oder leicht gekühlte und ungesüßte Tees.
Trinken Sie auch, wenn Sie (noch) keinen Durst haben. Denn das Durstgefühl setzt erst ein, wenn der Körper schon zu viel Flüssigkeit verloren hat.
Brühe, Suppe oder ein natriumreiches Mineralwasser versorgen Ihren Körper mit wichtigen Mineralien, die Sie durch das Schwitzen verlieren.
Bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. erhalten Sie noch mehr Informationen über die empfohlene Trinkmenge.
Verzichten Sie auf Alkohol, Koffein und stark gesüßte Getränke. Alkohol und Koffein belasten den Kreislauf zusätzlich und zuckerhaltige Getränke entziehen dem Körper zusätzlich Flüssigkeit.
Wichtig: Sollten Sie am Herz oder den Nieren erkrankt sein, besprechen Sie Ihre Trinkmenge mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.
Wenn Sie draußen unterwegs sind, können Sie einen der über 240 öffentlichen Trinkbrunnen in Berlin nutzen.
Wenn es heiß ist, sollten Sie vor allem auf leichte Nahrung setzen. Das heißt Salate, Früchte, fettarme Suppen und Milch(ersatz-)produkte.
Essen Sie viele kleine, anstatt wenige große Mahlzeiten über den Tag verteilt.
Verzichten Sie auf deftige und fette Speisen, da diese den Körper neben der Hitze zusätzlich belasten können.
Kühlen Sie sich ab, indem Sie lauwarm duschen und sich anschließend nicht abtrocknen, sondern das Wasser auf der Haut verdunsten lassen.
Auch kalte Wickel oder ein kühles Bad für die Unterarme helfen Ihnen dabei, sich abzukühlen.
Lassen Sie die Hitze draußen. Schließen Sie dafür tagsüber Jalousien, Vorhänge, Rollläden oder Fensterläden. Wenn Sie das nicht haben, können Sie ein dickes Laken oder eine Tagesdecke ins Fenster hängen. Auch ein Ventilator oder Fächer können für Abkühlung sorgen.
Sobald es draußen abkühlt, lassen Sie die Frische rein. Lüften Sie vor allem nachts und früh morgens, wenn die Luft noch angenehm frisch ist. Öffnen Sie zum Lüften am besten alle Fenster komplett, damit es einen Durchzug in der Wohnung geben kann, der die warme Luft nach draußen bläst. Gekippte Fenster bringen wenig bis nichts, da es so kaum Luftaustausch gibt.
Versuchen Sie Erledigungen und Besorgungen im Freien auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu legen.
Wenn Sie tagsüber unterwegs sind, nehmen Sie sich Zeit und legen Sie regelmäßig Pausen im Schatten oder in einem kühlen Raum ein. Nehmen Sie sich genügend Getränke mit oder nutzen Sie einen der über 240 öffentlichen Trinkbrunnen in Berlin.
Die Kühle-Orte-Karte zeigt Orte in Berlin, die der Abkühlung dienen, beispielsweise öffentliche kühle Räume, Badestellen oder Trinkbrunnen.
Tragen Sie helle, leichte und weite Kleidung – idealerweise aus Naturfasern wie beispielsweise Baumwolle, Leinen, Hanf, Lyocell, Modal oder Merino. So kann die Luft um Ihren Körper wehen und es gibt weniger Wärmestau.
Mit warmem Wetter geht auch meist eine erhöhte ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) einher. Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrillen mit UV-Schutz, lange Kleidung und eine Kopfbedeckung schützen Ihren Kopf, Ihre Haut und Augen.
Hitze ist eine starke Belastung für den Körper. Nicht nur für Menschen mit Vorerkrankungen kann sie zu gesundheitlich bedrohlichen Situationen führen. Daher ist es wichtig, Symptome rechtzeitig zu erkennen und zu handeln.
Wenn Trinken und Abkühlen keine Erleichterung bringen und Sie über
klagen, kontaktieren Sie Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Telefonnummer 116 117.
Sollten Symptome wie
auftreten, wählen Sie bitte direkt den Notruf 112 und schildern Sie Symptome und mögliche Vorerkrankungen.
Wenn Sie eine Vorerkrankung haben, sprechen Sie bitte frühzeitig mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Arzt über das richtige Verhalten bei Hitze und damit verbundenen möglichen Symptomen und körperlichen Warnzeichen.
Auch in der Menopause oder während einer Hormontherapie kann der Körper empfindlicher auf hohe Temperaturen reagieren.
Die genaue wissenschaftliche Definition einer Hitzewelle ist komplex und hängt neben der Temperatur und Dauer auch von anderen Faktoren ab – etwa Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung. In der Regel spricht man bei Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr von einem Hitzetag. Folgen mehrerer solcher Tage aufeinander, ist umgangssprachlich von einer Hitzewelle die Rede.
Für jeden Menschen ist das eigene Empfinden jedoch wichtiger als offizielle wissenschaftliche Definitionen. Ab wann jemand unter hohen Temperaturen körperlich leidet, kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein und hängt von vielen Faktoren ab. Achten Sie daher an heißen Tagen besonders auf sich selbst und Ihre Mitmenschen.
Langfristige Wettervorhersagen sind nur sehr eingeschränkt möglich. Auch mittelfristig können Vorhersagen in der Regel nur mögliche Trends abbilden. Haben Sie daher vor allem in den heißen Monaten am besten täglich die Wetterprognosen im Blick. Es gibt stabile Wetterlagen – Omega-Wetterlagen genannt –, bei denen das Wetter über Wochen unverändert bleibt. Tritt so eine Wetterlage im Sommer auf, kann es schnell zu einer Hitzewelle kommen, da keine kühle oder feuchte Luft mehr ankommt.
Achten Sie im Sommer auf Hitzewarnungen. Diese werden vom Deutschen Wetterdienst herausgegeben. Eine verlässliche Quelle ist die App des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Mit der „Warnwetter“-App bekommen Sie nicht nur verlässliche Wettervorhersagen, sondern auch alle Warnmeldungen rund ums Wetter.
Die App gibt es für iOS- und Android-Geräte. Die Warnfunktionen sind kostenfrei.
Informationen zu vorliegenden Hitzewarnungen finden Sie auch ohne App beim Deutschen Wetterdienst. Dort finden Sie auch Vorhersagen in Bezug auf die Hitzebelastung.
Wetterwarnungen bekommen Sie auch über die digitalen Info-Screens, zum Beispiel an öffentlichen Plätzen, Bus- oder U-Bahn-Haltestellen in der Stadt sowie über die lokalen Radio- und Fernsehsender.
Auch wenn die Begriffe Hitzschlag und Sonnenstich häufig im Zusammenhang mit warmen Sonnentagen vorkommen, sind sie nicht das gleiche. Während ein Sonnenstich nur den Kopf betrifft, ist bei einem Hitzschlag der ganze Körper betroffen
Die Ursache für einen Sonnenstich ist eine längere direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Das führt dazu, dass das Gehirn und die Hirnhäute überhitzen.
Typische Symptome für einen Sonnenstich sind:
Sollten Sie in der Sonne solche Symptome bei sich oder anderen beobachten, heißt es:
Die Ursache für einen Hitzschlag ist eine Überhitzung des ganzen Körpers durch hohe Temperaturen. Wenn es draußen heiß ist, kann es schnell zu einer Überhitzung kommen, wenn Sie zu lange draußen unterwegs sind, sich stark anstrengen – etwa beim Sport oder Arbeiten im Freien – aber auch wenn Sie zu wenig trinken.
Typische Symptome eines Hitzschlags sind:
Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall. Sollten Sie bei sich oder einer anderen Person den Verdacht eines Hitzschlags haben, alarmieren Sie umgehend über die 112 den Rettungsdienst.
Geben Sie den Mitarbeitenden am Notruf möglichst viele Informationen. Dazu gehört auch Ihr Verdacht auf einen möglichen Hitzschlag, sowie die beobachteten Symptome. Geben Sie Ihren Standort so genau wie möglich durch, sodass der Rettungswagen möglichst schnell bei Ihnen sein kann.
Beim Verdacht auf einen Hitzschlag zählt jede Minute. Daher sollten Sie nach Alarmierung der Rettung umgehend mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen. Zögern Sie nicht, umstehende Personen direkt anzusprechen, ihnen klare Anweisungen zu geben und Sie bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen zu unterstützen.
Mit der steigenden Zahl an trocken heißen Sommertagen mit vielen Sonnenstunden steigt auch die Belastung durch UV-Strahlung. UV-Strahlung ist die ultraviolette Strahlung der Sonne, aber auch von Solarien. Wir können diese Strahlung nicht sehen. Sie ist krebserregend und hat negative gesundheitliche Auswirkungen auf Augen und Haut. Daher ist ein guter Sonnenschutz für die Haut und Augen unerlässlich.
Den besten Sonnenschutz im Freien bietet Kleidung. Dichte Gewebe schützen dabei besser als dünne Gewebe. Es gibt zudem spezielle Kleidung mit UV-Schutz.
Auch Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30 können vor der UV-Strahlung und damit vor einem Sonnenbrand mit seinen potenziellen Langzeitfolgen schützen. Sie können die UV-Strahlung jedoch nicht komplett blockieren und ersetzen darum auf keinen Fall andere UV-Schutzmaßnahmen.
Wie lange ein LSF vor der Sonne schützt, hängt von der Stärke der UV-Strahlung – dem sogenannten UV-Index – und dem persönlichen Hauttyp ab. Bei UV-Indexwerten ab 3 ist bereits ein UV-Schutz erforderlich. Achten Sie dabei besonders auf Säuglinge und Kleinkinder. Setzen Sie sie nicht der direkten Sonne aus.
Sonnenbrillen schützen nicht nur vor der blendenden Sonne, sondern auch die Augen vor der UV-Strahlung. Das gilt aber nur, wenn die Gläser der Sonnenbrille das ultraviolette Licht auch wirksam filtern können. Daher sollten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung „UV 400“ achten.
Mehr Informationen zu UV-Strahlung und zum UV-Schutz finden Sie beim Bundesamt für Strahlenschutz.