Kinder orientieren sich an dem, was sie sehen. Eltern sind für ihre Kinder Vorbilder und das natürlich auch in Ernährungsfragen. Wenn Sie selbst gerne kochen, vielfältig essen und neue Dinge ausprobieren, wird Ihr Kind das mit großer Wahrscheinlichkeit übernehmen. Zeigen Sie, dass gesunde Ernährung Freude macht und zum Alltag dazugehört.
Gesunde Ernährung für Kinder und Familien

Gesunde Ernährung ist mehr als nur Salat und Gemüsesticks. Sie ist ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung und das Wohlbefinden jedes Menschen, insbesondere von Kindern. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern eine entspannte und ausgewogene Haltung im Familienalltag. Erfahren Sie hier, wie das gelingen kann.
Inhaltsverzeichnis
Im Kindesalter wird der Grundstein für das gesamte spätere Leben gelegt. Was Kinder in ihren ersten Lebensjahren über Essen und Ernährung lernen, prägt sie oft ein Leben lang.
Wer früh einen gesunden und entspannten Zugang zur Ernährung entwickelt, profitiert davon auch im Erwachsenenalter, körperlich und seelisch.
Was bedeutet gesunde Ernährung?
Gesunde Ernährung heißt nicht automatisch fettarm, zuckerfrei oder streng kalorienreduziert zu essen. Viel wichtiger ist eine ausgewogene und natürliche Lebensmittelauswahl, die schmeckt, nährt und guttut, sowohl für Erwachsene als auch bei Kindern.
Für einen Überblick, welche Lebensmittel gesund sind und welche sie nur selten essen sollten, eignet sich folgende Übersicht. So können Sie ein Gefühl für eine ausgewogene Ernährung bekommen.
- Häufig: Wasser und ungesüßte Getränke braucht der Körper am meisten.
- Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen Sie am besten täglich.
- Genießen Sie Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier in Maßen.
- Essen Sie Süßigkeiten, Snacks und stark verarbeitete Lebensmittel eher selten und in kleinen Mengen.
Lebensmittel möglichst unverarbeitet
Natürliche Lebensmittel sind sehr gesund. Dazu zählen frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder hochwertige Öle. Sie liefern wichtige Nährstoffe, Energie und halten länger satt. Sie viele gesunde Gerichte kochen, die schmecken. Achten Sie bei Fertiggerichten auf die Inhalte. Je natürlicher und kürzer die Zutatenliste auf der Rückseite der Packung, desto besser.
Vielfalt statt Verzicht
Gesunde Ernährung bedeutet nicht, immer auf Süßigkeiten und Fast Food zu verzichten. Entscheidend ist das richtige Maß im Alltag. So werden Pommes und Gummibärchen auch wieder zum geliebten Highlight.
Zehn Tipps für eine gesunde Ernährung in der Familie
- 1. Seien Sie Vorbild
- 2. Bieten Sie eine vielfältige Auswahl an
Sie lieben Abwechslung? Ihr Kind sicher auch. Lassen Sie Ihr Kind viele Lebensmittel kennenlernen. Denn so kann es herausfinden, welche ihm schmecken. Sie können auch gemeinsam neue Obst- oder Gemüsesorten ausprobieren. Kochen Sie Gerichte, die interessant klingen, gemeinsam. Manchmal werden Sie sicher etwas Geduld brauchen. Kinder brauchen manchmal mehrere Anläufe, bis sie neue Lebensmittel probieren oder mögen. Doch je gewohnter Kinder den Kontakt zu vielen gesunden Lebensmitteln sind, desto eher werden Sie sie auch essen.
- 3. Vermeiden Sie stark verarbeitete Produkte
Fertiggerichte, stark gezuckerte Snacks oder aromatisierte Getränke enthalten oft viele Zusatzstoffe, Salz, Zucker oder Fett. Frisch und selbstgemacht ist meist gesünder und oft günstiger. Achten Sie daher auf die Zutatenliste auf der Verpackung: je kürzer, desto besser.
- 4. Essen macht Freude
Essen macht Spaß - vor allem gemeinsam! Machen Sie das gemeinsame Essen zu einem positiven Erlebnis, mit kleinen Ritualen, Zeit für bewussten Genuss und Gespräche und einem entspannten Miteinander. Erlaubt ist, was Ihnen und Ihrer Familie gefällt. Gespräche über Herausforderungen und Probleme haben auch noch bis nach dem Essen Zeit. Ihr Kind hat nicht aufgegessen? Zwingen Sie Ihr Kind nicht, den Teller leer zu essen. Denn so lernt Ihr Kind nicht, wann es wirklich satt ist.
Damit es in der Familienküche nicht langweilig wird, können Sie mit Ihren Kindern leckere Rezepte nachkochen, an einem kindgerechten Kochkurs teilnehmen oder eigene kreative Ideen in der Küche verwirklichen.
- 5. Lassen Sie Kinder mitentscheiden
Ob beim Einkaufen, beim Kochen oder beim Tischdecken: Kinder helfen gerne mit. Wenn sie selbst mitgestalten dürfen, steigt die Lust auf das gemeinsame Essen. Auch eigene Rezepte oder „komische“ Kombinationen dürfen ausprobiert werden, so entwickeln Kinder ein Gespür für Ernährung.
- 6. Süßes ist erlaubt, aber in Maßen
Süßigkeiten gehören für viele Kinder einfach dazu. Verbote machen sie oft nur noch interessanter. Stattdessen: klug dosieren und erklären, warum bestimmte Dinge in Maßen besser sind.
Wenn Sie einmal nicht möchten, dass Ihr Kind gerade etwas Süßes isst, bieten Sie eine gesunde Alternative an. Ein geschnittener Apfel mit etwas Zimt und Zucker oder Nussmus kann für ein Kind genauso attraktiv sein, wie ein Schokoriegel. - 7. Vermitteln Sie kindgerechtes Wissen
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Ernährung, altersgerecht und ohne Druck. Erklären Sie spielerisch, wo Lebensmittel herkommen, was gesunde Ernährung bedeutet und warum manche Werbeversprechen nicht stimmen.
In Bibliotheken finden Sie viele inspirierende Bücher für Kinder jeden Alters. Egal, ob kindgerechte Rezepte oder Wissenswertes rund um Lebensmittel: Hier finden Sie sicher das Richtige.
Auch Themen wie Diäten oder Essstörungen sollten altersgemäß besprochen und eingeordnet werden. Sonst begegnen sie diesen Themen ohnehin im Internet, wo sie oft leider nicht differenziert eingeordnet werden.
- 8. Geben Sie dem Thema nicht zu viel Gewicht
Vermeiden Sie es, ständig über „gesund“ oder „ungesund“ zu sprechen. Essen sollte keine Bewertung sein, sondern ein Teil des Lebens. Besonders bei älteren Kindern ist es wichtig, kein Schamgefühl in Bezug auf Ernährung zu erzeugen.
- 9. Achten Sie auf entspannte Mahlzeiten
Das gemeinsame Essen am Familientisch gibt Struktur, Sicherheit, Orientierung und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Feste Essenszeiten, ein gedeckter Tisch und möglichst wenig Ablenkung durch Fernseher oder Handy helfen dabei, dass Kinder sich besser aufs Essen konzentrieren. Planen Sie Zeit ein, auch wenn der Alltag stressig ist.
- 10. Holen Sie sich Unterstützung, wenn nötig
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind ausreichend oder ausgewogen isst oder wenn das Thema Ernährung in Ihrer Familie regelmäßig zu Konflikten führt, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder einer Ernährungsberatung. Es gibt viele Anlaufstellen, die weiterhelfen können.
Hilfreiche Informationen und Angebote zu gesunder Ernährung
Angebote in Familienzentren
Essen ist Gemeinschaft. Erleben Sie Ernährung nicht nur am Esstisch zu Hause, sondern auch im Familienzentrum um die Ecke. Vielen Familienzentren bieten Angebote, bei denen gemeinsam gekocht oder auch einfach nur gemeinsam gegessen wird. So essen Sie und Ihre Kinder fast schon nebenbei etwas Leckeres und Gesundes und verbringen die Zeit mit anderen tollen Menschen.
Ernährungsberatung Berlin
- Die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste der Gesundheitsämter in den Berliner Bezirken bieten kostenlose Ernährungsberatung an.
- Die Stiftung Gesundheitswissen erklärt, wie Sie eine seriöse Ernährungsberatung finden und gibt Informationen zur Kostenübernahme.
- Bei bestimmten Erkrankungen spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Krankenhäuser beraten in diesem Fall, welche Ernährung Ihnen oder Ihrem Kind guttut und auf welche Lebensmittel Sie besser verzichten. Mehr erfahren Sie im Krankenhaus in Ihrer Nähe.
Kochkurse für Kinder und Familien in Berlin
- An den Berliner Volkshochschulen finden Sie Kochkurse zu unterschiedlichsten Bereichen - allein oder gemeinsam mit Ihrem Kind.
- Der Berliner Tafel e. V. bietet im Rahmen des Projekts „KIMBA – Kinder erleben Lebensmittel“ kindgerechte Kochkurse an.
Weitere Tipps und Informationen rund um die Ernährung
- Hilfreiche Tipps für eine gesunde Ernährung für Kinder gibt es zum Beispiel auf Kindergesundheit-Info.de oder Gesund-ins-Leben.de.
- Auch die Webseiten der Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung (IN FORM) bieten viel Wissens- und Lesenswertes sowie Rezepte zum Nachkochen.
- Die Plattform Ernährung und Bewegung (peb) fördert mit Projekten wie die „Küchenpartie mit peb“ oder Podcasts eine gesunde Ernährung sowie ausreichende Bewegung bei Kindern und Jugendlichen fördern.
- Das Kinder-Ernährungsbildungsprojekt „Die Nährstoffgeschichte" sowie das gleichnamige Theaterstück im Weddinger Prime Time Theater bietet eine kindgerechte Vermittlung von gesunder Ernährung.
- Das Deutsche Kinderhilfswerk informiert mit Projekten, Veranstaltungen und einem Rezeptheft.
- Die Verbraucherzentrale bietet auf Ihrer Webseite umfassende Ernährungsempfehlungen für Kinder.


