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Eine Berufsausbildung mit Kind zu absolvieren, klingt für viele Eltern erstmal herausfordernd. Die Teilzeitberufsausbildung kann dabei helfen, Familie und Ausbildung besser miteinander zu vereinbaren. Auf dem Berliner Familienportal finden Sie wichtige Informationen sowie Beratungsangebote in Berlin.
Nicht immer passt eine Ausbildung in Vollzeit zum Familienalltag. Kinderbetreuung, Haushalt und Ausbildung miteinander zu vereinbaren, erscheint dann auf den ersten Blick oftmals unmöglich. Die Teilzeitberufsausbildung kann hier ein Weg sein, trotzdem einen Berufsabschluss zu machen und dadurch neue berufliche Perspektiven zu schaffen.
Die Teilzeitberufsausbildung (TZBA) ist eine reguläre, anerkannte Berufsausbildung, nur mit weniger Arbeitszeit. Die Inhalte und der Abschluss sind dieselben wie bei einer Vollzeitausbildung. Das bedeutet: Sie lernen denselben Beruf, gehen zur Berufsschule und machen dieselben Prüfungen. Sie arbeiten aber weniger Stunden im Betrieb. Deshalb dauert eine Teilzeitausbildung im Regelfall länger.
Die Arbeitszeit im Betrieb kann bei der Teilzeitberufsausbildung auf maximal die Hälfte verkürzt werden. Wie genau die Arbeitszeiten aussehen, wird immer gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb vereinbart. Wichtig ist deshalb, früh offen und ehrlich über die eigene Situation zu sprechen und gemeinsam nach passenden Lösungen zu suchen.
Die Unterrichtszeit an Berufsschultagen kann im Regelfall nicht verkürzt werden.
Eine Teilzeitberufsausbildung dauert in der Regel länger als eine Ausbildung in Vollzeit. Wie lange sie genau dauert, richtet sich nach dem Umfang der vereinbarten täglichen bzw. wöchentlichen Arbeitszeit. Gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb wird dafür ein passender Ausbildungsplan erstellt.
Wichtig zu wissen: Die Teilzeitausbildung darf höchstens 1,5 Mal so lange dauern wie eine Vollzeitausbildung. Zum Beispiel kann dann eine dreijährige Vollzeitausbildung in Teilzeit bis zu 4,5 Jahre dauern. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildungsdauer einer Teilzeitausbildung aber auch verkürzt werden, zum Beispiel bei umfangreichen Vorkenntnissen aus vorangegangener Ausbildung oder Arbeit, bei sehr guten Leistungen in der Ausbildung, und/oder eher geringen Abweichungen zwischen der vereinbarten Arbeitszeit bei der Teilzeitausbildung und der Arbeitszeit bei einer Vollzeitausbildung.
Eine Teilzeitberufsausbildung (TZBA) kann eine gute Alternative sein, wenn eine Vollzeitausbildung aufgrund individueller oder familiärer Rahmenbedingungen nicht infrage kommt.
Die TZBA eignet sich zum Beispiel für:
Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Teilzeitberufsausbildung für Sie das Richtige ist, beraten Sie die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit an den Schulen bzw. an den Standorten der Jugendberufsagentur Berlin. Sie unterstützen bei der Berufsorientierung, der Ausbildungsplatzsuche sowie bei Fragen zur Teilzeitberufsausbildung und vermitteln bei Bedarf an weitere zuständige Beratungsstellen. Darüber hinaus können Sie sich auch an die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater der für den jeweiligen Ausbildungsberuf zuständigen Kammer wenden..
Grundsätzlich können Sie jede duale Berufsausbildung, für die das Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder die Handwerksordnung (HwO) gilt, in Teilzeit absolvieren. Duale Berufsausbildung bedeutet, dass Sie sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule lernen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Ausbildung in Teilzeit ist, dass der Ausbildungsbetrieb der Teilzeit zustimmt.
Auch in manchen schulischen Ausbildungen, die nicht auf dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung beruhen, ist Teilzeit möglich. So zum Beispiel bei Ausbildungen in Pflegeberufen auf der Grundlage des Pflegeberufegesetzes.
Die hier dargestellten Regelungen zur Teilzeitausbildung gelten für Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung.
Auch bei einer Teilzeitberufsausbildung erhalten Auszubildende eine Vergütung. Diese richtet sich meistens nach der Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb und kann deshalb niedriger ausfallen als bei einer Vollzeitausbildung. Manche Ausbildungsbetriebe zahlen jedoch auch in Teilzeit die volle Vergütung. Sprechen Sie auch hier am besten frühzeitig mit Ihrem Ausbildungsbetrieb.
Wenn das Einkommen für Ihren Lebensunterhalt nicht ausreicht, können Sie zusätzliche finanzielle Unterstützung beantragen, zum Beispiel Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder andere Familienleistungen. Unter Umständen ist es auch möglich, finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung zu erhalten. Manche Betriebe zahlen auch einen steuerfreien Zuschuss zur Kinderbetreuung.
Die Anerkennung eines Ausbildungsverhältnisses in Teilzeit läuft grundsätzlich ähnlich ab wie bei einer normalen Ausbildung in Vollzeit. Wichtig ist vor allem, dass Sie früh offen über den Wunsch nach Teilzeit sprechen und gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb passende Lösungen finden. Wenn Sie Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Fragen zur Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie haben, können Sie sich bereits vor Ihrer Bewerbung an die Jugendberufsagentur Berlin oder die Agentur für Arbeit wenden.
Überlegen Sie zuerst, welchen Beruf Sie lernen möchten. Nutzen Sie das dafür das Bratungsangebot der Jugendberufsagentur Berlin für Ihre persönliche berufliche Orientierung. Danach suchen Sie einen passenden Ausbildungsbetrieb. Dazu können Sie zum Beispiel die Ausbildungssuche der Agentur für Arbeit nutzen.
Schreiben Sie eine Bewerbung und schicken Sie diese an den Ausbildungsbetrieb. Zum Bewerbungsprozess hat die Bundesagentur für Arbeit viele wichtige Informationen zusammengestellt. Wenn Sie Unterstützung beim Bewerben brauchen, wenden Sie sich persönlich an die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit.
Sprechen Sie am besten schon im Vorstellungsgespräch beim Ausbildungsbetrieb an, dass Sie die Ausbildung in Teilzeit machen möchten.
Wenn der Betrieb zustimmt, planen Sie gemeinsam Ihre Arbeitszeiten im Betrieb. Dabei geht es darum, dass die Ausbildungszeiten im Betrieb und in der Berufsschule und die persönlichen bzw. familiären Rahmenbedingungen gut zusammenpassen. Beachten Sie dabei, dass die Unterrichtszeit in der Berufsschule in der Regel nicht reduziert werden kann.
Der Ausbildungsbetrieb passt den Ausbildungsplan an die Teilzeitausbildung an. Dabei wird auch festgelegt, wieviel Zeit im Betrieb verbracht wird und wie sich möglicherweise die Ausbildungsdauer verändert. Die Besonderheiten einer Teilzeitberufsausbildung werden im Ausbildungsvertrag unter „Sonstige Vereinbarungen“ festgehalten.
Den Antrag auf Teilzeitberufsausbildung stellen Sie gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb je nach Beruf bei der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK). der Handwerkskammer Berlin (HWK) oder einer anderen für den Ausbildungsberuf zuständigen Kammer bzw. Stelle.
Wenn sich Ihre Lebenssituation verändert, können Sie in eine Vollzeitausbildung wechseln. Umgekehrt ist auch ein Wechsel von Vollzeit in Teilzeit möglich. Wichtig ist nur, dass der Ausbildungsbetrieb zustimmt. Der Ausbildungsvertrag wird dann entsprechend angepasst und der für den Ausbildungsberuf zuständigen Stelle / Kammer zur Prüfung und Eintragung vorgelegt.
Eine Teilzeitberufsausbildung kann neue berufliche Möglichkeiten eröffnen. Wenn Sie sich für diesen Weg interessieren, lohnt es sich, frühzeitig Informationen einzuholen und Beratungsangebote zu nutzen. So können Sie herausfinden, welche Ausbildung zu Ihnen und Ihrer Lebenssituation passt, welche Anforderungen mit der Ausbildung verbunden sind und welche Unterstützung Ihnen zur Verfügung steht.
Rund um das Thema Teilzeitberufsausbildung gibt es zahlreiche Beratungsstellen in Berlin, an die Sie sich bei Bedarf wenden können:
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Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit berät zur Teilzeitausbildung, zur Ausbildungsplatzsuche und zu Unterstützungsmöglichkeiten während der Ausbildung.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK) sind wichtige Ansprechpartner für die Teilzeitberufsausbildung. Sie informieren zum Beispiel über die Regeln der Ausbildung, den Ausbildungsvertrag und die Dauer der Teilzeitausbildung.
Das Projekt KOBRA Berlin berät vor allem Frauen zu Arbeit, Beruf, Bildung, Wiedereinstieg, Elternzeit und Vereinbarkeit. Für Eltern mit Pflegeverantwortung gibt es außerdem Beratung zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege.
Die Jugendberufsagentur Berlin berät junge Menschen bis 25 Jahre zu allen Fragen rund um Ausbildung und Beruf. Sie unterstützt bei der Berufsorientierung, der Ausbildungsplatzsuche sowie bei Fragen zur Teilzeitberufsausbildung. Darüber hinaus informiert sie über Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten und vermittelt bei Bedarf an weitere Fachstellen. Die Jugendberufsagentur Berlin bietet auch eine Erstberatung bei sozialen oder persönlichen Problemlagen an, die den Weg in Ausbildung oder Arbeit erschweren.
Die Beratung der Jugendberufsagentur Berlin ist kostenlos, vertraulich und an zwölf Standorten in Berlin möglich.
Das Netzwerk Teilzeitberufsausbildung bietet weitere Informationen sowie Kontakte zum Thema Teilzeitberufsausbildung und Beratung.